Verfasst von: victimblood | 9. September 2009

The fjord

Am Sonntag und Montag war ich auf einer Übernacht-Fahrt im Fjord “Doubtful Sound”.

Super geile Erfahrung. Ein Meer fehlt in Österreich eindeutig. Allein schon der Weg dorthin war super. Nur man muss wegen einer fehlenden Straße den viel längeren Weg außenrum nehmen. Also sinds 2 1/2 Stunden fahrt dorthin (von der Luftlinie her wär es viel kürzer). Dank Musik ging das trotzdem recht schnell vorbei. Auch trifft man auf den Straßen fast kein anderes Auto. Man könnte schon fast ausgestorben sagen.

Im Dorf Manapouri angekommen, war ich natürlich viel zu früh (hatte Verzörungen von Stau usw eingerechnet), und hab mich deswegen mit einem Sandwich gestärkt (in einem Café, dass in einer alten Kirche platziert ist). Von Manapouri aus hat man dann erstmal einen einstündigen Bootstrip über den “Lake Manapouri” (auch schon wunderschön) zur Power Station (ein mehrheitlich unterirdisches Wasserkraftwerk – oberirdisch ist nur ein Steuerungsgebäude). Ab da fährt man mit einem Bus durch den Regenwald und über den Wilmot Pass (der zweitniedrigste Pass in NZ) zur Deep Cove. Dort steigt man auf das wirkliche Schiff um (nicht so klein – 70 Reisende und ca 7 Crewmitglieder – maximal, wir waren glücklicherweise nur 17 Reisende – wodurch ich auch zu einer Kabine für mich alleine “upgegradet” wurde :) ) und fährt raus in den Fjord. Vorbei an den verschiedenen Fjordarmen, wolkenverhangenen Bergen und Wasserfällen. Die Berghänge sind voller Bäume, und wenn es mal wieder einen starken Wind oder ein Erdbeben (nicht unbedingt selten) gibt und ein Baum oben am Hang nachgibt, gibt es eine Kettenreaktion, eine sogenannte Baumlawine (Tree avalanche). Am späten Nachmittag gingen wir vor Anker und sind ins Kayak umgestiegen. Da ist man dann noch um ein ganzes Stück näher dran an der unberührten Natur des Fjords.

Am Sonntag hats den ganzen Tag geregnet dafür war es am Montag Sonne+wolkig. Doubtful Sound ist einer der nässesten Plätze der Erde (die messen den Regen nicht in Millimeter sondern in Metern) mit über 200 Regentagen pro Jahr. Regen bedeutet aber nicht unbedingt was schlechtes in einem Fjord. Überall Wasserfälle und die Wolken hängen wunderschön tief.

Am Montag ging es hinaus, bis zum offenen Meer, wo auf einer kleinen Insel eine Robbenkolonie lebt. Zurück durchs Fjord war alles fast noch schöner als am Vortag (falls des überhaupt möglich ist), und zu unserem Glück begleitete uns noch eine kleine Delphinfamilie für einige Zeit im Bugwasser. Dann noch den selben Weg zurück, ein paar letzte Fotos geschossen und ehe man sich versieht sitzt man wieder im Auto.

Mit dem Fjord war aber meine Nature-seeing Tour noch nicht vorbei, und ich machte mich ins nahegelegene Te Anau auf. Von dort ging es mit einem Boot über den See “Lake Te Anau” (Der Part kommt mir von irgendwoher bekannt vor) zu einem Besucherzentrum. Von dem aus geht man in kleinen Gruppen (ca. 10) in eine Höhle. Ein sehr junge Höhle (nur 12.000 Jahre alt) die noch immer von dem Fluß ausgewaschen wird, der durch sie durchrauscht. Ziemlich laut wegen dem Fluss. Am Ende steigt man in ein kleines Boot um und fahrt in komplette Dunkelheit. Oder besser gesagt in einen Sternenhimmel. Es ist die sogenannte “Glowworm Grotto” (des darf sich jetzt jeder selber übersetzen – aber beachten: Arachnocampa luminosa, nicht zu verwechseln mit den deutschen Glühwürmchen) in der sich hunderte dieser Glowworms befinden. Fast wie Sterne, nur näher und in 3D. Leider darf man in der Höhle keine Fotos machen (weil jeder Tourist auf Automatik natürlich den Blitz eingeschaltet hätte und damit die scheuen Glowworms verjagen würde). Trotzdem hab ich in den zwei Tag mal wieder die Schattenseite der digitalen Fotografie bemerkt. Sind am Ende nicht weniger als 711 Photos geworden, weil man durch die sich ständig verändernde Landschaft fast jede Sekunde ein Foto machen kann.

Um 7 war ich dann zuhause. Heute wieder arbeiten. Iris hat Kasnockn zum Mittagessen gemacht. :)


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